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    Kleine Unterhaltung im September
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Warum heisst eigentlich der September so? Gute Frage, denn er ist ja der neunte Monat. "September", abgeleitet vom Lateinischen "septimus" bedeutet jedoch "der siebte". Ein schönes Einstiegsthema für Ihren nächsten Smalltalk.


Was ist eigentlich Smalltalk? Smalltalk gilt als leichte Konversation. Wir nutzen Smalltalk, um Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen, z.B. bei einem Apéro oder aber als Einstiegsphase eines Sachgesprächs, quasi zum Anwärmen. Jedes Bewerbungs-, Verhandlungs-, Verkaufs- oder Beratungsgespräch beginnt mit einer Aufwärmphase, die das Ziel hat, eine positive Gesprächsatmosphäre herzustellen. Aus diesem Grund nehmen wir für den Smalltalk unverfängliche Themen oder Fragen nach dem persönlichen Befinden. Oft pflegen wir die kleine Unterhaltung auch, um Wartezeiten zu überbrücken oder wenn wir mit anderen Menschen in einem Raum sind und wir das peinliche Schweigen auflockern möchten, z.B. im Lift, im Flugzeug oder Zug. Als Standardthema gilt das Wetter. Aber warum nicht mal etwas Originelleres nehmen und damit das gängige Vorurteil brechen, Smalltalk sei zwingend seicht und anspruchslos?

Also nehmen wir statt des Wetters doch lieber den Monat September als solchen. Was für Assoziationen verbindet man mit September? Warme Farbtöne, buntes Herbstlaub, Spätsommer, Spaziergänge im Wald, Weinberge, Weinlese, Weindegustation, Jagdsaison, Wild. Themen gibt es also genug. Doch wie macht man daraus einen Gesprächseinstieg?
Ganz einfach: Geben Sie ein Statement ab, das möglichst viele Anknüpfungspunkte enthält, und spielen Sie den Ball dann Ihrem Gegenüber zu.

"Der September ist ein herrlicher Monat. Ich liebe die schönen warmen Herbstfarben. Da macht mir das Joggen im Wald doppelt Freude. Und wenn ich durch den Weinberg jogge, freue ich mich auf die Weinernte. Ab und zu ein Gläschen zu einem guten Essen, wenn die Wildsaison beginnt, das ist fein. Geht es Ihnen ähnlich mit dem Herbst oder haben Sie eine andere Jahreszeit lieber?"

Vermeiden Sie geschlossene Fragen, also Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann. Bevorzugen Sie offene Fragen, z.B. auch möglich hier: "Was verbinden Sie mit dem Herbst?"
Wenn Sie Pech haben, antwortet Ihr Gegenüber auf diese offene Frage mit: "Da fallen mir der Absturz der SR 111 vor 10 Jahren und Nine-Eleven ein." Eigentlich vermeidet man beim Smalltalk negative und konfliktive Themen wie Katastrophen und Politik. Auf der anderen Seite kann man aber auch diese Themen nutzen, um ein interessantes Gespräch zu führen, das im Verlauf zweifellos mehr Tiefgang entwickelt als ein Geplänkel über das Wetter. Zwar ist es dann kein Smalltalk im engen Sinne mehr. Das Ziel des Smalltalks ist jedoch das Herstellen einer Beziehungsebene zur anderen Person - und das kann mit anspruchsvollen und ernsten Themen genauso gelingen.

Und warum heisst jetzt der September so? Ganz einfach: Unser Kalender und die Monatsbezeichnungen beruhen auf den lateinischen Bezeichnungen (September = siebter, Oktober = achter, November = neunter; Dezember = zehnter). Und das Jahr fing bei den Römern am 1. März an.

Nun können Sie Ihr Wissen zum Smalltalken nutzen. Bloss macht sich ein belehrender Einstieg mit Scheinfragen nicht so gut: "Wussten Sie eigentlich, warum der September September heisst?"

Stattdessen kommt ein Ich-bezogener Einstieg besser an. Beispiele:
"Neulich habe ich mich mal gefragt, warum der September eigentlich September heisst, denn er ist ja der neunte Monat und nicht der siebte."
"Mein Sohn hat in der Schule Latein und hat mich dann neulich mit der Frage konfrontiert, warum der September als neunter Monat September heisst, wo doch "septem" sieben bedeutet. Da war ich echt überfragt und musste erstmal nachschlagen."

Vielleicht fällt Ihnen noch eine weitere Möglichkeit ein. Ich wünsche Ihnen einen farbenfrohen September und viel Erfolg beim Smalltalken!

Ihre
Gunhild Hinkelmann, fair communication, Wettingen



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